Es tut sich was in Deutschlands Motorradlandschaft. Im vergleichsweise günstigen A2-Segment poppen immer mehr begehrenswerte Maschinen auf, vor allem im umkämpften Adventure-Bereich. Tourentauglichkeit, Schlechtwege-Komfort, Offroadfähigkeiten, dazu wirtschaftlich in puncto Anschaffungs- und Unterhaltskosten und on top auch noch handlich, stylisch und fahrspaßbetont. Motorradfahrer, die keine überbordende Leistung (mehr) brauchen und lieber was Leichtes zwischen den
Dreikampf mit 40, 45 und 48 PS
Die charmante, kernig-smarte Royal Enfield Himalayan 450? Die zeitgeistige Kawasaki-Neuauflage KLE500 SE im Rally-Raid-Look? Oder die neue Leichtigkeit des Seins in Form der BMW F 450 GS? Wir haben alle drei getestet. Zugegeben, nicht am gleichen Ort und zur gleichen Zeit, aber unter optimalen Bedingungen: die Himalayan im Himalaya, die KLE in den Weiten Spaniens und die Einsteiger-GS auf den angenagten Straßen und knorrigen Pfaden Siziliens. Drei Bikes, drei Fahrpräsentationen, drei profunde Erfahrungen. Welches A2-It-Bike schlägt sich am besten?
Drei Motorräder, drei Geschichten
Die Kawasaki KLE500 SE ist die moderne Neuinterpretation eines Klassikers aus den 1990er-Jahren. Die alte KLE (Bauzeitraum 1991–2007, 45 PS), vorgestellt als „gemäßigtes Funbike“, entwickelte auf dem Gebrauchtmarkt eine treue Fangemeinde – nicht zuletzt wegen ihrer günstigen Preise und ihres robusten Charakters. Die Royal Enfield Himalayan hat einen vergleichsweise übersichtlichen Stammbaum. Die erste Generation erschien 2016 als Himalayan 411 mit kärglichen 25 PS. Mit der Himalayan 450 kam sieben Jahre später eine moderne Weiterentwicklung auf den Markt. Ihr Konzept basiert auf der Idee eines Motorrads, das speziell fürs indische Hochgebirge entwickelt wurde – solide Technik, unverwüstlich und vor allem bezahlbar.
Dritte in der Runde ist die komplett neue BMW F 450 GS. Die Nachfolgerin der G 310 GS (2016–2025, 34 PS) macht als A2-BMW optisch, technisch und in puncto Leistung einen gewaltigen Sprung; einen vergleichbaren Premium- und GS-Stallgeruch gab es bislang nicht in der A2-Abenteuerwelt. Mit der neuen Easy Ride Clutch (ERC), die Anfahren und Stoppen ohne das Betätigen des Kupplungshebels ermöglicht, führt die F 450 GS eine echte Innovation im Segment ein. Zudem hat sie als einziges Bike im Dreier-Vergleich ein schräglagenabhängig regelndes ABS-System.
Die Kawasaki KLE500 SE und die Royal Enfield Himalayan 450 haben dem elektronisch wenig entgegenzusetzen, von Smartphone-Konnektivität, Routenführung und zwei Fahrmodi bei der Himalayan 450 mal abgesehen. Auf den Datenblättern wirken speziell die Kawa und die Royal Enfield ähnlich – in der Praxis verfolgen sie jedoch unterschiedliche Konzepte.
Motoren und Performance
Der wichtigste Unterschied liegt im Antrieb. Die Kawasaki nutzt einen Zweizylinder mit 451 ccm Hubraum. Er liefert 45,4 PS bei 9.000 U/min und knapp 43 Nm bei 6.000 U/min. Der Twin liebt Drehzahlen und reagiert lebhaft auf Gasbefehle. Besonders auf der Straße macht das Spaß, weil sich die Kawa aktiv durch Kurven jagen lässt. Die Himalayan setzt auf einen Einzylinder mit knapp 452 ccm. Er leistet 40 PS bei 8.000 U/min und 40 Nm bei 5.500 U/min. Der Charakter ist deutlich anders: mehr Vibrationen, dafür kräftiger Durchzug bei niedrigen Drehzahlen. Gerade im Gelände spielt der indische Single seine Stärken aus. Die Himalayan klettert auch bei niedrigen Drehzahlen zuverlässig und unaufhaltsam über Hindernisse aller Art – ein Verhalten, das an klassische Enduros erinnert und sie zur Boxer-GS Indiens macht.
Die neue kleine GS nennt sich zwar F 450, hat aber nur 420 ccm Hubraum. Der komplett neu entwickelte BMW-Zweizylinder bietet die beste Performance der drei Bikes: Mit 48 PS bei 8.750 Touren schöpft der Paralleltwin mit 135 Grad Hubzapfenversatz die A2-Leistungsvorgabe maximal aus. Das Drehmoment von 43 Nm bei 6.750 U/min bewegt sich auf dem Niveau der KLE500, allerdings trifft es auf die geringste Fahrzeugmasse. Das verschafft der BMW spürbar Power-Vorteile.
Sitzposition und Ergonomie
Die KLE bietet vier Sitzoptionen – zwei für den Fahrer (870 mm/840 mm), zwei für den Beifahrer (hohes Polster/flaches Rally-Polster); die niedrigeren Ergo-Fit-Polster kosten als Originalzubehör 416,50 € beziehungsweise 421 €. Die Sitzbank der Himalayan 450 lässt sich serienmäßig auf zwei Höhen arretieren: 825 mm und 845 mm. Alternativ gibt es eine niedrige Version mit 805/825 mm sowie eine einteilige Rally-Sitzbank (860 mm, 109 €) und einen aufwendig gepolsterten Adventuresitz für Fahrer (129 €) und Beifahrer (109 €). Bei der BMW F 450 GS beträgt die Standardsitzhöhe 845 mm. Optional gibt es für die bei TVS in Indien gefertigte Einsteiger-GS ein niedriges Fahrerpolster (830 mm, 218 €) sowie eine einteilige, dreifarbige Rally-Sitzbank (865 mm, 310 €).
Die Kawa hat den breitesten Lenker – mit Abstand
Alle drei Modelle fühlen sich beim Fahren grundsätzlich ähnlich an und im besten Sinne, wie man es von einer A2-Reiseenduro erwartet. Die Kawasaki bietet trotz der recht schmalen Sitzbank anständigen Komfort auf langen Etappen, vor allem durch den höheren Windschild und den breitesten Lenker. Mit 980 mm ist er deutlich ausladender als bei der BMW (869 mm) und bei der Royal Enfield (852 mm). Nicht zuletzt dadurch gestaltet sich das Fahren im Stehen für Großgewachsene auf der Kawasaki etwas angenehmer. Die BMW F 450 GS punktet hier mit breiten Enduro-Fußrasten (ab Modellvariante Exclusive Serie) und einer empfehlenswerten Lenkererhöhung um 20 mm, sobald man 1,80 Meter oder größer ist.
Beim Fahren im Stehen punkten GS und Himalayan
Speziell beim Fahren im Stehen spielt die A2-GS ihr geringeres Gewicht von nicht einmal 180 Kilogramm aus; wie eine Crossmaschine kann sie einfach per Schenkeldruck zu zackigen Richtungswechseln animiert werden, das Umlegen in Kurven klappt geradezu spielerisch. Die Himalayan setzt auf eine Offroad-orientierte Ergonomie. Die Sitzposition vermittelt im Vergleich zur Kawa etwas mehr Kontrolle im Gelände. Alle drei Bikes ermöglichen durch ihre schmale Mitte einen guten Knieschluss am Tank.
Fahrwerk und Einsatzbereich
Die KLE setzt vorne auf 210 mm Federweg und hinten auf 196 mm. Die Abstimmung ist klar straßenorientiert. Auf glattem Asphalt funktioniert sie hervorragend und vermittelt viel Vertrauen beim schnellen Kurvenfahren. Die Himalayan bietet 200 mm Federweg vorn und hinten. Ihre Federung ist weicher abgestimmt und kommt mit schlechten Straßen oder Schlaglöchern deutlich besser zurecht. Im Gelände zeigt sich dieser Unterschied noch stärker: Die Kawasaki funktioniert gut genug für Einsteiger und Erkundungstouren, während die Himalayan deutlich mehr Reserven bietet. Ihr natürliches Revier sind die oftmals komplett maroden Straßen im Himalaya. Das merkt man dem Fahrwerk an. Es verzeiht nahezu alle Nickeligkeiten des Untergrunds. Mit Ausnahme der Federvorspannung hinten lässt sich bei beiden Reiseenduros nichts einstellen am Fahrwerk.
Die besten Abstimmungsmöglichkeiten bietet die BMW: Bei der Sportfederung (Serie bei den Modellvarianten GS Trophy und Sport) sind die Druck- und Zugstufendämpfung der Upside-down-Gabel (43 mm) einstellbar, das direkt angelenkte KYB-Zentralfederbein (Federbasis und Zugstufe einstellbar) punktet mit seiner wegabhängigen Dämpfung aus dem Rallye-Sport. Ein Durchschlagen des Federbeins ist damit nahezu ausgeschlossen, auch bei schwereren Fahrern oder ambitionierten Sprüngen. Überhaupt überzeugt die F 450 GS im Gelände mit den Tugenden ihrer großen Geschwister. „Weiter, immer weiter“, lautet das Motto. Auf der Straße ist sie BMW-typisch souverän, fahrspaßbetont und sehr sicher unterwegs.
Bodenfreiheit und Robustheit
Die KLE bietet 18,5 cm Bodenfreiheit – das ist vergleichsweise übersichtlich für ein Adventure Bike, aber ausreichend für konventionelle Offroad-Einsätze. Ans Limit kommt die KLE, wenn es ruppiger wird, beispielsweise auf steinigen Single-Trails oder zügigen Passagen. Beim Test in Spanien kam es mehrfach vor, dass sie bei hartem Einsatz aufsetzte. Die Himalayan liegt mit 23 cm Bodenfreiheit deutlich höher. Zusammen mit ihren stabilen Schutzbügeln und der robusten Bauweise ist sie für härteres Gelände ausgelegt. Auch bei Stürzen zeigt sich der Unterschied: Ihre Metallbügel und die einfache Konstruktion machen die Himalayan robuster, während die Kawasaki stärker auf Kunststoffverkleidungen setzt.
Beide Maschinen können mit Sturzschutz ausgerüstet werden, um Schäden vorzubeugen. Das gilt natürlich auch für die BMW F 450 GS. Mit 22 cm Bodenfreiheit lässt auch sie ausreichend Abstand zum Untergrund. Ein massiver Aluminium-Motorschutz (167 €, Serie bei GS Trophy) verhindert Beschädigungen am Triebwerk. Die Modellvarianten Exclusive und Sport tragen eine dezentere Motorschutz-Variante in Schwarz.
Elektronik und Ausstattung
KLE500 und Himalayan sind elektronisch relativ simpel aufgestellt, überzeugen aber mit Details. Die Himalayan 450 bietet ein schickes, rundes TFT-Display mit Turn-by-Turn-Navigation über Google Maps und die hauseigene Smartphone-App. Die KLE verfügt ebenfalls über eine appbasierte Navigation, die aber weitgehend auf Sprachansagen übers Headset setzt. Die Basis-KLE kommt mit LC-Display, die SE mit TFT-Farbdisplay. Ein Vorteil der Kawasaki ist ihr vollständig abschaltbares ABS; ambitionierte Offroader lieben das. Bei der Himalayan lässt sich lediglich das Hinterrad-ABS deaktivieren. Bei der BMW können im ausstattungsbedingten vierten Fahrmodus (Enduro Pro) ABS samt Traktionskontrolle und Gasannahme individuell konfiguriert werden, abschalten lässt sich auch hier nur das Hinterrad-ABS.
Serienmäßige Heizgriffe bietet nur die F 450 GS
Die Routenführung erfolgt bei BMW per App übers Borddisplay oder als Zusatzlösung mit dem BMW-Motorrad-Navigationsgerät (ConnectedRide Navigator). Als einziges Bike in diesem Vergleich verfügt die F 450 GS ausstattungsbedingt oder optional über einen Quickshifter (Schaltassistent Pro) und serienmäßig über Heizgriffe. Bei Kawasaki kosten warme Handflächen 378,65 € Aufpreis, für die Royal Enfield gibt es beheizbare Griffe nur als externe Nachrüstlösung. Dafür setzt die Himalayan 450 wie die KLE500 auf ein 21-Zoll-Vorderrad, das die Offroad-Ambitionen der Bikes unterstreicht und auch optisch betont. Die BMW begnügt sich mit einem 19-Zoll-Leichtmetall-Gussrad vorn und ebenfalls 17 Zoll hinten; Kreuzspeichenräder gibt es im BMW-Zubehör (rund 1.000 €), bei Royal Enfield und Kawasaki sind diese ab Werk dabei. Schade: Tempomat ist nicht – bei keinem der drei Bikes. Vielleicht ändert sich das, wenn BMW GS-typisch eine F 450 GS Adventure hinterherschiebt.
Gewicht und Fahrgefühl
Mit 194 Kilogramm beziehungsweise 195 kg (SE) tritt die Kawasaki KLE500 in einer Gewichtsklasse (fahrbereit) an mit der 196 kg schweren Royal Enfield Himalayan 450. Die KLE wirkt durch ihren recht niedrigen Schwerpunkt etwas handlicher im Stand, lange Beine vorausgesetzt. Die Himalayan fühlt sich etwas stabiler und eherner an, vor allem, wenn es im Gelände zur Sache geht. Beide Bikes können allerdings nicht gegen die BMW anstinken: Mit 178 kg ist sie vorbildlich leicht und das agilste der drei A2-Motorräder.
Im Gelände, auf der Straße und beim Rangieren macht die kleine GS in Summe den besten Eindruck, gefolgt von der unerschütterlichen Himalayan und der fahraktiven KLE. Die Zuladung geht bei Royal Enfield und Kawasaki voll in Ordnung: Sie beträgt 198 kg bei der Himalayan 450 (maximal 394 kg) und 195 kg bei der KLE500 SE (max. 390 kg). Die F 450 GS fällt dagegen etwas ab, was an ihrem geringeren Fahrgewicht liegt: Sie darf 177 kg zuladen, ergibt ein maximales zulässiges Gesamtgewicht von 355 kg.
Fahrleistungen und Verbrauch
165 km/h Spitze gibt BMW Motorrad für die F 450 GS an. Damit ist sie das schnellste Bike im Vergleich, auch die Beschleunigung überzeugt (5,9 Sekunden von 0 auf 100). Die Kawasaki KLE500 kommt offiziell auf 158 km/h, die Himalayan 450 auf 151 km/h. Beim Verbrauch halten sich alle drei zurück: 3,8 Liter auf 100 Kilometer gönnt sich die BMW laut WMTC, bei den Testfahrten auf Sizilien errechnete der Bordcomputer bei beiden Getriebevarianten (6-Gang-Schaltung/ERC) am Ende 3,7 Liter auf 100 km. Bei 14 Liter Tankinhalt ergibt das rein rechnerisch rund 370 km Reichweite. Noch sparsamer ist die Royal Enfield unterwegs: 3,6 Liter auf 100 km gönnt sich die Himalayan 450 offiziell. Je nach Geläuf und Durchschnittstempo können es auch 3,3 Liter sein, macht 470 bis 500 km mit einem Tank. Die Kawasaki liegt laut WMTC bei 4,0 Litern auf 100 km, macht rechnerisch 400 km Reichweite mit einer Tankfüllung (16 Liter).
Preise und Ausstattungen
Mit Abstand am günstigsten ist die Royal Enfield Himalayan 450. Ab 5.890 € inklusive Überführungskosten geht es los in der sandfarbenen Lackierung Kaza Brown. Für 300 € mehr fährt die „Himi“ in Schwarz mit güldenen Applikationen vor; legt man weitere 300 € drauf (ab 6.490 €), hat sie zusätzlich schlauchlose Reifen. Die zieht Royal Enfield auch auf die Tarnlook-Version in Kamet White (ab 6.440 €). Fürs Topmodell Mana Black mit Rallysitzbank, Handschützern und spezieller Lackierung begehrt Royal Enfield 6.590 €. Kawasaki ruft für die schwarz-graue KLE500 mindestens 6.895 € auf, die farbenfrohere KLE500 SE gibt es ab 7.695 € (jeweils inklusive Überführung).
Beide KLE-Modelle kommen in den Editionen Standard, Adventure Tourer (Motorschutzbügel, Seitenkoffer) und Rally (unter anderem Titan-Auspuff von Akrapovič, niedriger Beifahrersitz). Die Preise hierfür betragen bei der KLE500 ab 8.145 € (Rally) bzw. ab 8.495 € (Adventure Tourer, u. a. hoher Windschild, Seitenkoffer, Unterfahrschutz). Die KLE500 SE in den Farben Weiß-Grün, Grau oder Metallgrün kostet als Editionsmodell einheitlich ab 8.845 €. Kernigeren Auspuffsound gibt es für die BMW ebenfalls von Akrapovič (665 €), Royal Enfield setzt auf Arrow Special Parts (549 €).
Ab 7.220 € plus Nebenkosten geht es los bei der BMW F 450 GS. Vier weitgehend aufeinander aufbauende Modellvarianten und drei Farben stehen zur Wahl. Basis und Exclusive (300 € für Offroad-Fußrasten, Handschutz, Motorschutz, Fahrmodi Pro, Quickshifter Pro, klarer Windschild) sind an die Farbe Schwarz (Cosmicblack) gebunden, Sport (450 €, zusätzlich Sportfahrwerk) ist immer Rot (Racingred), GS Trophy (770 €, zusätzlich getönter Rallye-Windschild, Aluminium-Motorschutz, weißer Handschutz und Rahmen, Easy Ride Clutch) trägt immer die BMW-Motorsportfarben Blau/Weiß/Rot (Racingblue Metallic).
Auf feste Seitenkoffer verzichtet BMW Motorrad bei der Einsteiger-GS, hier legen Kawasaki und Royal Enfield vor. Dafür gibt es lässiges Softgepäck mit dezenten Haltern. Eine Gepäckbrücke ist nicht inbegriffen bei BMW (291 €) und Kawasaki (304,90 €). Royal Enfield spendiert sie mitsamt Hauptständer serienmäßig. Für die KLE500 kostet der 342,25 € extra, die F 450 GS muss ohne auskommen.
Technik-Highlight Easy Ride Clutch
Technisches Schalt-Highlight in dieser Runde ist die neue Easy Ride Clutch, kurz ERC, der BMW F 450 GS. Dahinter steckt eine Fliehkrafteinheit in der Kupplung, die drehzahlabhängig das Einkuppeln übernimmt. Für den Fahrer bedeutet das: Er muss nur einmal beim Starten die Kupplung ziehen, um der Elektronik zu signalisieren: Kann losgehen! Ab dann darf er den Kupplungsgriff getrost vergessen: Weder zum Einlegen der sechs Gänge (wie gehabt per Fuß), noch zum Anfahren oder Anhalten wird der einstellbare Kupplungsgriff benötigt. Und, vermutlich sehr beruhigend für alle, die sich mit Respekt einem geländegängigen Motorrad nähern: Absaufen lassen ist unmöglich – auf der Straße und in freier Wildbahn, an Steigungen oder bergab. Für’n Hinterkopf: Wer will, kann die Kupplung auch ganz normal benutzen.
Fazit Dreier-Vergleich
Alle drei A2-Kracher überzeugen als sehr interessante Reiseenduros – aber auf unterschiedliche Weise. Die Kawasaki KLE500 SE ist stärker auf Straße und Strecke machen ausgerichtet. Sie eignet sich gut für europäische Straßenverhältnisse und längere Etappen, die gern auch mal über Schotter oder rumpelige Abschnitte führen können. Die Royal Enfield Himalayan 450 ist das robustere, klassischere (LED-Rundscheinwerfer) und offroadtauglichere Motorrad. Wer häufiger abseits befestigter Straßen unterwegs sein will oder sein Bike unkompliziert umbauen möchte, findet hier mehr Potenzial. Die neue BMW F 450 GS trägt den Namen der meistverkauften Reiseenduro der Welt in die bezahlbare A2-Klasse – und bringt ihre Tugenden gleich mit. Authentisches Premium-Gefühl, souveräne Fahreigenschaften auf Asphalt, ausgeprägte Geländefähigkeiten, dazu die klassische GS-Optik inklusive Scheinwerferkreuz der 1300er und eine wirklich verblüffende Agilität; selten sieht man Kollegen so begeistert Kapriolen auf dem Hinterrad machen mit einer A2-Maschine.
| Kawasaki KLE500 SE 2026 | BMW F 450 GS 2026 | Royal Enfield Himalayan 450 2026 | |
|---|---|---|---|
| Nutzerbewertungen | | | |
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| Bewertung | |||
| Preis/Leistung | |||
| Motor | | | |
| Bohrung x Hub | 70 x 58,6 mm | 72 x 51,6 mm | 84 x 81,5 mm |
| Hubraum | 451 ccm | 420 ccm | 452 ccm |
| Zylinder, Kühlung, Ventile | Flüssigkeitsgekühlt, 4-Takt, Reihenzweizylinder | Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, flüssigkeitsgekühlt | Einzylinder, flüssigkeitsgekühlt, 4 Ventile |
| Abgasreinigung/-norm | Euro 5+ | Euro 5+ | Euro 5+ |
| CO2 Emissionen | 93 g CO2/km | 88 g CO2/km | 83,5 g CO2/km |
| Leistung | 45 PS (33 kW) bei 9.000 U/min | 48 PS (35 kW) bei 8.750 U/min | 40 PS (29 kW) bei 8.000 U/min |
| Drehmoment | 42,6 Nm bei 6.000 U/min | 43 Nm bei 6.750 U/min | 40 Nm bei 5.500 U/min |
| Verdichtung | 11,3:1 | 13:1 | 11,5;1 |
| Höchstgeschwindigkeit | 158 km/h | 165 km/h | 151 km/h |
| Wartungsintervalle | Erstinspektion nach 1.000 km, danach alle 12.000 km | 10.000 km oder jährlich | 500 km, dann alle 10.000 km |
| Verbrauch pro 100 km | 4 Liter | 3,8 Liter | 3,6 Liter |
| Kraftübertragung | | | |
| Kupplung | Nass, Mehrscheiben-Assistenz-/Rutschkupplung; mechanisch betätigt | Mehrscheiben-Ölbadkupplung | Mehrscheiben-Nasskupplung |
| Schaltung | 6-Gang | 6-Gang | 6-Gang |
| Sekundärantrieb | Kette | Kette | Kette |
| Fahrwerk & Bremsen | | | |
| Rahmen | Gitterrohrrahmen | Stahl-Gitterrohrrahmen | Stahl-Doppelrohrrahmen |
| Federelemente vorn | 43-mm-KYB-Upside-down-Gabel mit Cartridge-Federelementen | 43-mm-Upside-down-Telegabel, Zug- und Druckstufendämpfung einstellbar | 43-mm-Upside-down-Gabel |
| Federelemente hinten | Uni-Trak-Schwinge | Aluminiumschwinge, WAD-Federbein, Federbasis und Zugstufendämpfung einstellbar | Mono-Federbein |
| Federweg v/h | 210 mm / 196 mm | 180 mm / 180 mm | 200 mm / 200 mm |
| Bodenfreiheit | 185 mm | 220 mm | 230 mm |
| Radstand | 1.555 mm | 1.465 mm | 1.510 mm |
| Nachlauf | 104 mm | 115 mm | 124 mm |
| Lenkkopfwinkel | 62 ° | 63,9 ° | 64 ° |
| Räder | Speichenräder | Leichtmetall-Gussräder | Speichenräder |
| Reifen vorn | 90/90-21 M/C 54S | 100/90-19 | 90/90-21 |
| Reifen hinten | 140/70-17 M/C 66S | 130/80-17 | 140/80 R17 |
| Felgengröße vorn | 21“ | 2,50 x 19" | 1.85 x 21 TT |
| Felgengröße hinten | 17“ | 3,50 x 17" | 3.00 x 17 TT |
| Bremse vorn | 300-mm-Scheibenbremse | 310-mm-Einscheibenbremse, Vierkolben-Festsattel | 320-mm-Scheibenbremse, Zweikolben-Bremssattel |
| Bremse hinten | 230-mm-Scheibenbremse | 240-mm-Einscheibenbremse, Einkolben-Schwimmsattel | 270-mm-Scheibenbremse, Einkolben-Bremssattel |
| Maße & Gewichte | | | |
| Länge | 2.300 mm | 2.161 mm | 2.285 mm |
| Breite | 980 mm | 869 mm | 900 mm |
| Höhe | 1.460 mm | 1.210 mm | 1.316 mm |
| Gewicht | 195 kg (fahrfertiges Gewicht) | 178 kg (fahrfertiges Gewicht) | 196 kg (fahrfertiges Gewicht) |
| Maximale Zuladung | 195 kg | 177 kg | 198 kg |
| zul. Gesamtgewicht | 390 kg | 355 kg | 394 kg |
| Sitzhöhe | 870 mm | 845 mm | 845 mm bis 825 mm |
| Standgeräusch | 84 dB(A) | 84 dB(A) | 92 dB(A) |
| Fahrgeräusch | 73 dB(A) | 77 dB(A) | |
| Tankinhalt | 16 Liter (Reserve 4 Liter) | 14 Liter (Reserve 2,5 Liter) | 17 Liter (Reserve 4 Liter) |
| Fahrerassistenzsysteme | ABS | Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Fahrmodi, Heizgriffe, Blinkerrückstellung, ABS, Motorschleppmomentregelung, Wheelie-Kontrolle | ABS, Fahrmodi, Traktionskontrolle, Motorschleppmomentregelung |
| Optionale Systeme | - | Schaltassistent/Quickshifter | - |
| Fahrzeugpreis ab | 7.695 € inkl. Nebenkosten | 7.220 € zzgl. Nebenkosten | 5.890 € inkl. Nebenkosten |
| Sonstiges |
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| Optionen und Preise:
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