Serienreif? Wann kommt die neue BMW R 1300 GS?

Serienreif? Wann kommt die neue BMW R 1300 GS?

Zahlreiche Fotos zeigen Erlkönige des Klassenprimus auf letzten Testfahrten. Welche Geheimnisse der R 1300 GS sind bereits gelüftet und wann kommt das neue Modell?
Seit Kurzem schwirren zahlreiche Aufnahmen der neuen „GS“ durchs Netz. Während uns diese schon jetzt einige technische Details verraten, bleibt vor allem die Frage nach dem „Wann“ ungeklärt. Wir werfen einen Blick auf bekannte Details und fassen zusammen, was über die „R 1300 GS“ schon jetzt erzählt wird.

Eine BMW GS kommt selten allein – R 1300 GS, R 1400 GS und M 1300 GS

Wie bereits in einem anderen Beitrag von uns kommuniziert, sicherte sich BMW neben dem Markennamen „M 1000 R“ auch die Bezeichnungen „M 1000 XR“ und „M 1300 GS“. Ob die M-Variante der GS direkt zur Einführung kommt, ist nicht klar, auch ist es natürlich keine Garantie dafür, dass ein M-Modell überhaupt erscheinen wird. Ebenso möglich ist es, dass BMW für die neue „Dicke“ eine ähnliche Strategie fahren wird wie bei der „F 850 GS“ und der „F 750 GS“. Will heißen – ein Motor, aber zwei Modellbezeichnungen.

BMW R 1400 GS – „Adventure-Ersatz“ oder eigenes Modell?

Diese zweite Variante könnte mit identischem Hubraum, aber anderen Leistungswerten als „R 1400 GS“ auf den Markt kommen. Alternativ wäre auch denkbar, dass die neue „R 1400 GS“ zukünftig die Adventure-Reihe ersetzen wird. Begründet wird dies anhand des BMW-Service-Portals, das offensichtlich bereits auf die neuen Modelle vorbereitet ist und keinerlei Einträge für die Adventure-Reihe aufweist. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die „R 1300 GS Adventure“ erst später nachgereicht wird, wie es auch bei vorherigen Modellreihen der Fall war. In den Bereichen „Marketing“ und „Kommunikation“ würde die Abschaffung einer geläufigen Marke eher mehr Probleme verursachen als lösen. Unsere Quellen aus dem Umfeld von BMW Motorrad gehen derzeit nicht davon aus, dass die „Adventure“ in der nächsten Generation verschwinden wird, was gleichbedeutend damit wäre, dass die „GS“ in zwei Leistungsvarianten an den Start gehen würde.

Was wir über die neue „R 1300 GS“ schon wissen

Auf den Erlkönig-Fotos klar zu erkennen ist, dass es sich um einen Wasserboxer handeln muss, der auf die kühlende Wirkung des Fahrtwinds nun vollkommen verzichtet. Darüber hinaus erwarten wir nicht weniger als jeglichen technischen Schnickschnack, den es derzeit gibt, natürlich inklusive Radar und den damit verbundenen Sicherheitssystemen. Bei den Themen Leistung und Gewicht wird sich BMW keine Blöße geben wollen. Die „R 1300 GS“ dürfte somit leichter werden als die Vorgängerin und ein deutliches Leistungsplus verzeichnen. Es ist davon auszugehen, dass der Sprung größer ausfallen wird, als es beim Update von der „R 1200 GS“ zur „R 1250 GS“ der Fall war. Weniger als 150 PS wären daher eine absolute Überraschung. Dafür haben KTM und Ducati mit den neuen Varianten der „1290 Super Adventure“ und der „Multistrada V4“ die Latte zu hoch gelegt. Mit der „M 1300 GS“ könnte sich BMW dann die Option offenhalten, mit einer leichtgewichtigen Premiumversion inklusive zahlreicher Carbon-Teile und erhöhter Leistung die Konkurrenz in den Schatten zu stellen. So wird über eine M-Variante der „GS“ spekuliert, die speziell offroad glänzen können soll. Diese Offroad-Version mit reduziertem Gewicht, die auch für Rallyes und die „GS Trophy“ taugen würde, scheint bei der „GS“ perfekt ins Raster zu passen und somit sehr wahrscheinlich zu sein.

Vier Konfigurationen für ein Halleluja?

Nicht lange ist es her (M&R Ausgabe 106), da lud BMW Motorrad uns ein, vier Konfigurationen der R 1250 GS, ausgestattet und konfiguriert für unterschiedliche Zwecke, zu testen. Auch kommunizierte man, dass man die Modellpalette zukünftig stärker differenzieren wolle, was sicherlich auch über die Modellbezeichnungen geschehen dürfte. Der Sprung, auf die Idee zu kommen, dass es vier Modelle mit vier Bezeichnungen sein werden, die die neue Generation prägen sollen, ist also nicht weit. Hierfür bedürfte es neben der „R 1300 GS“, der „R 1400 GS“ und der „M 1300 GS“ auch weiterhin einer „Adventure“, um die Rubriken Touring, Performance, Offroad und Fernreise vollständig abdecken zu können.

Neue Technik braucht das Land – optisch ist das letzte Wort nicht gesprochen

Bei der Entwicklung des Motors handelt es sich zweifelsohne um ein komplett neues Aggregat. Vom Timing her hält BMW somit den üblichen Zeitplan ein. Alle zehn Jahre eine neue „GS“, alle fünf Jahre ein bedeutendes Update. Wirft man einen Blick auf die Optik, sind sämtliche Spekulationen allerdings noch deutlich verfrüht. Vor allem an der Front wird sich hier noch einiges tun. Der neuen „GS“ im derzeit üblichen Standardverfahren eine „aggressivere Optik“ zu attestieren, ist somit noch fehl am Platze.

Brülltütenalarm?

Spannend bleibt die Frage, wie BMW Motorrad mit der immer wieder aufkeimenden Kritik über Lautstärkewerte und der Klappenauspuffproblematik umgeht. Manche sehen es als Schummelei, manche fühlen sich gar gestört, andere fahren total darauf ab. Der Politik gefällt es nicht. Informationen vom Hersteller zu diesem Thema liegen uns bislang nicht vor. Ein Tirol 2.0 hälfe aber sicher niemandem.

Wann kommt die neue R 1300 GS?

Über das „Wann“ wird seit langer Zeit spekuliert. Wir rechnen damit, im Spätsommer/Frühherbst 2023 einen ersten Fahrbericht zum Basismodell liefern zu können. Beruhend auf Erfahrungswerten vergangener Modelleinführungen und der Tatsache, dass BMW pünktlich zur 100-Jahr-Feier seit Einführung des Boxers am 28. September 1923 das neue Modell zeigen könnte, würde es nicht überraschen, wenn es letztlich exakt dieser Termin werden würde. Ausführlicher betrachten wir die neue R 1300 GS also vermutlich in M&R Ausgabe 119, die im Oktober erscheinen wird. Ab diesem Zeitraum dürfte die „neue GS“ für Kunden bestellbar sein und zu Beginn 2024 beim Händler stehen.
Text: Alexander Klose, Fotos: Bernhard M. Hoehne


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