Schlanker, agiler, stärker und nahezu fertig – Vorserienbikes der „BMW R 1300 GS“

Trotz eines reich gefüllten Modellangebots: Kaum ein BMW-Motorrad steht sinnbildlich so sehr für die Entwicklung der Marke BMW wie die GS.
30.05.2023
| Lesezeit ca. 3 Min.
Bernhard M. Höhne
Bernhard M. Höhne, BMH-Images
Pünktlich zum hundertjährigen Bestehen der Bayern debütiert im Spätsommer die neueste Evolutionsstufe der bayerischen Reiseenduro: die R 1300 GS. Diese wird gerade in München entwickelt, wo, nachdem bereits Erlkönige angetroffen wurden, derzeit nahezu Serienfertigungen und kaum noch verhüllte Vorserienbikes bei Testfahrten den letzten Feinschliff auf öffentlichen Straßen erhalten.

Gänzliche neuer Antrieb samt Wasserkühlung

Der Antrieb der R1300 GS wird künftig zu 100 % auf Wasserkühlung zurückgreifen
Der Antrieb der R 1300 GS wird künftig zu 100 % auf eine Wasserkühlung zurückgreifen
Besonderes Augenmerk dürfte dabei unter anderem dem gänzlich neuen Antrieb gelten. Er wird zwar auch weiterhin mit der mittlerweile bewährten variablen Ventilsteuerung „Shift Cam“ ausgerüstet. Doch die wichtigste Änderung offenbart sich beim Blick von vorn auf die Zylinder: Die Lüftungsrippen des noch immer größtenteils luftgekühlten Boxermotors der aktuellen GS-Generation entfallen und sind nur noch stilisiert zu sehen. Damit ist klar, dass der Antrieb der R 1300 GS künftig zu 100 % auf Wasserkühlung zurückgreifen wird. Vor allem Geräuschemissions-, jedoch auch die Aussicht auf künftige Abgasnormen dürften diese Neuentwicklung bedingt haben. Zudem wird der Boxermotor künftig offenbar auf Trockensumpfschmierung umgestellt, die unter anderem Vorteile im Offroad-Betrieb und bei hohen Drehzahlen bietet. Neben dem größeren Hubraum von künftig anscheinend exakt 1.300 ccm, werden auch Drehmoment sowie die Nennleistung steigen. Die Spitzenleistung wird, wenn man kürzlich aufgetauchten Homologationsdaten Glauben schenken darf, bei aufgerundeten 144 PS liegen, das Drehmoment legt auf 150 Nm bei 6.500 U/min zu.
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Der Motor selbst ist als Tragendes Teil in einen Alugussrahmen integriert. An diesen Hauptrahmen angeschraubt ist ein passender Heckrahmen mit neuer Kofferaufnahme, offenbar ebenso aus Aluguss. Auch die Schwinge mit weiterhin integriertem Kardanantrieb ist neu entwickelt. All diese Maßnahmen werden Gewichtseinsparung im Vergleich zum aktuellen Modell nach sich ziehen. Den inoffiziellen Homologationsdaten zufolge wird sich das Gesamtgewicht dennoch bei ungefähr 250 kg einpendeln.
Bekannte Stylingelemente finden auch bei der nächsten GS wieder Verwendung
Bekannte Stylingelemente finden auch bei der nächsten GS wieder Verwendung
Die neue Konstruktion hat BMW zudem in einem zwar etwas zerklüfteten, jedoch ebenfalls schlankeren Design verpackt, zumindest wirkt der Prototyp auf den Bildern deutlich kompakter. Auch der Federweg scheint etwas geringer zu sein. Deutlich ist jedoch auch, dass bekannte Stylingelemente bei der nächsten GS wieder Verwendung finden. Für die asymmetrische Frontlampe gilt dies jedoch nicht. Zwar ist das neue Design hier noch getarnt, jedoch lässt sich bereits das Tagfahrlicht und damit ein Teil der Form im oberen Bereich der Lampe ausmachen. Direkt darüber sitzt die Aufnahme für den Radartempomaten. Die Vorüstung für die Radarübwachung am Heck ist ebenso zu sehen und deutet auf den dann optional erhältlichen Totwinkelwarner hin. Der charakteristische Entenschnabel scheint zudem ebenso erhalten zu bleiben wie der Telelever. Im Großen und Ganzen ist das Vorserienbike, wenn man sich die minimale Tarnung wegdenkt, nahezu fertig. Die R 1300 GS dürfte somit nur noch kurze Zeit von ihrem Debüt entfernt sein. Eine Vorstellung im Rahmen einer Jubiläumsfeier von BMW Motorrad im September wird angenommen.

Fakten

  • Alugussrahmen
  • komplett neuer Motor tragend, komplett wassergekühlt
  • neue Schwinge
  • M 1300 GS, 21-Zoll-Vorderrad, Offroad-Fokus
  • R 1400 GS, großer Tank, mehr Leistung und Drehmoment, Reisefokus
  • Abstandsradar vorn und hinten
  • keine passiv verstellbaren Luftleitelemente wie patentiert 2022


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