Neuheiten-Festival auf der EICMA – die Branche trifft sich in Mailand

Neuheiten-Festival auf der EICMA – die Branche trifft sich in Mailand

Viele Jahre eiferten die Konkurrenzveranstaltungen Intermot und EICMA um die Vormachtstellung. Spätestens seit diesem Jahr ist auf dem Thema der Deckel drauf.
Möchte man eine Motorradmesse mit aktuellen Modellen und internationalem Flair erleben, muss man zur EICMA nach Mailand fahren. Punkt. Teilten sich beide Veranstaltungen viele Jahre Weltpräsentationen und infolgedessen ein interessiertes internationales Publikum, so hat sich die Wichtigkeit beider Messen über die letzten Jahre hinweg immer weiter in Richtung Mailand verschoben.

Neuheiten-Festival auf der EICMA 2022

Während Horex und Honda die Fahnen auf der Intermot weiterhin hochhielten und Neuheiten präsentierten, standen neben der neuen BMW S 1000 RR zumeist nur bekannte Modelle auf den Ständen der signifikant reduzierten Ausstellungsfläche. Neue Motorräder gab es dort deshalb so gut wie keine zu sehen. Ganz anders in Mailand. Im 20-Minuten-Takt hagelte es am Dienstag und am Mittwoch Präsentationen und Neuheiten. Waren auf der Intermot lediglich eine Handvoll Pressekonferenzen angekündigt, so waren es auf der EICMA stolze 49, mit der vorgezogenen der Firma Fantic am Montag, gar 50. Die Wichtigkeit der Neuheiten? Erheblich. Allein Honda hatte mehrere neue Modelle im Gepäck und packte neben der „Transalp“ auch noch den Scrambler „CL500“ aus und durfte sich dann wie fast alle Anwesenden von Suzuki überraschen lassen, die neben einem neuen 800er-Motor auch noch zwei neue Modelle (V-Strom 800DE und GSX-8S) im Gepäck hatten. Alle Neuheiten aller Marken an dieser Stelle zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Alle bisher erschienenen Artikel sowie alle folgenden, findet ihr unter dem Hashtag EICMA.

Gutes Essen, gute Stimmung, gute Preise

Vergleicht man beide Standorte, so hat die Kölnmesse für internationales Publikum einen gewaltigen Sprachvorteil, ist man dort eigentlich viel besser auf Besucher ohne Kenntnisse der Landessprache vorbereitet, als es die Italiener sind. Ansonsten kann man am Rhein aber nur noch bei den Preisen mithalten. Während man für zwei Plastikflaschen Wasser auf der Intermot rund 12,-- Euro zahlt, bekommt man in Mailand in einem der Messebistros für das gleiche Geld ein kleines Frühstück inklusive leckerer Cappuccini aus der Tasse, gefüllten Croissants, Brot, Parmaschinken und Parmesan für zwei. Dazu haben alle Stände, Bistros und Foodtrucks eine geheime Zutat mit an Bord. Gemeint ist natürlich „Geschmack“. Ungenießbares Messeessen bekommt man dort zumeist nicht vorgesetzt, was die Strapazen für Aussteller und Besucher deutlich erträglicher werden lässt.
Auch das Besucher-Ticket der EICMA ist etwas günstiger als das der Intermot und dafür wird eine Ausstellungsfläche geboten, die rund doppelt so groß ist. Während zwischen den Hallen im Außenbereich auf der Intermot vieles frei bleibt, wird dieses Areal auf der EICMA zum Volksfest mit Musik, Saloons, Cocktailbar und zahlreichen Sitzgelegenheiten, auf dem die Herbstsonne genossen werden kann. Die Punkte für Essen, Stimmung und Preis-Leistung gehen somit eindeutig an die EICMA.

Volle Hütte sorgt für Kapazitätsprobleme

Was Organisation und Struktur angeht, nimmt man es in Südeuropa etwas lockerer. Während am Pressetag die Schlangen noch kurz und das Personal reichlich war, merkte man deutlich, wie am proppenvollen Fachbesuchertag am Mittwoch erste längere Schlangen zu sehen waren. Spätestens zum Wochenende ist das Gelände der EICMA aufgrund der hohen Nachfrage dann komplett ausgelastet. Auch wenn bislang keine offiziellen Besucherzahlen kommuniziert wurden, würde es nicht überraschen, wenn auch in diesem Jahr um die 400.000 Besucher in die Hallen strömten. Damit übertrifft man die Intermot mittlerweile um ein Vielfaches und ist unbestritten die Nummer eins. Unseren ausführlichen Bericht über die EICMA, eine Aussicht auf die kommenden Herbstmessen und wie es mit der Intermot weitergehen könnte, erzählen wir euch in Motorrad & Reisen Ausgabe 114.
Text: Alexander Klose, Fotos: Ducati


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Abrechnung – EICMA meldet Rekordzahlen

Dass die EICMA in diesem Jahr ein voller Erfolg war, ist unbestritten. Nun gibt der Veranstalter die offiziellen Zahlen bekannt.
Nachdem wir einige Tage auf der EICMA unterwegs waren, empfanden wir schon die ersten Tage als „deutlich voller“ im Vergleich zu den vorherigen Veranstaltungen. Dieser subjektive Eindruck wird nun von den offiziellen Zahlen des Veranstalters untermauert. Insgesamt vermeldet er einen Ansturm von rund 475.000 Besuchern. Dies wären rund 38 % mehr als im Vorjahr, was eine bedeutende Steigerung bedeuten würde. Auch die Ausstellungsfläche und die Anzahl an Medienvertretern und Fachbesuchern schoss nach offiziellen Angaben in die Höhe.

EICMA 2022 – Zahlen & Fakten

EICMA Besucher
Besucher: ~475.000 (82 % Online-Tickets, 18 % Tageskasse)
Marken: 1.370 aus 45 Nationen (59 % Ausland, 41 % Italien)
Entwicklung Ausstellungsfläche im Vergleich zu 2021: +35 %
Fachbesucher: +35 % (51 % Ausländer, 49 % Italiener)
Akkreditierte Medienvertreter: 6.900 (38 % Ausländer, 62 % Italiener)

Alle Zahlen sind nicht überprüfbare Angaben des Veranstalters. Die nächste EICMA findet voraussichtlich Anfang November '23 statt. Ein definitiver Termin wurde bislang nicht kommuniziert.

Text: Alexander Klose


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