Sperre bis 2030 – beliebte Panoramastraße bleibt dicht

Die Silvretta-Hochalpenstraße bleibt nach Felsstürzen und Muren längere Zeit gesperrt. Schutzdämme und neue Trassen sind geplant.
stock.adobe.com – JRG

Die Silvretta-Hochalpenstraße gehört zu den bekanntesten Panoramastraßen der Alpen. Auf 22,3 Kilometern führt sie von Partenen im Montafon über die Bielerhöhe auf 2.032 Metern bis nach Galtür im Paznaun. 34 Kehren, Hochgebirgskulisse und der Blick Richtung Piz Buin machen sie seit Jahren zu einer der beliebtesten Strecken für Ausflügler und Motorradfahrer.


Sperre bis 2030: Die Silvretta bleibt ein Langzeitprojekt

Nach Felsstürzen und Murenabgängen im Sommer 2024 war die Passstraße aus Sicherheitsgründen für den öffentlichen Verkehr gesperrt worden. Nach einem weiteren Ereignis im Juli 2025 fiel die Entscheidung, die Straße trotz bereits umgesetzter Sicherungsmaßnahmen auch in der Sommersaison 2025 nicht zu öffnen. Die geologischen Modellrechnungen des Langfristkonzepts machten anschließend deutlich, dass auch 2026 keine Freigabe möglich sein wird. Inzwischen liegt das Konzept vor, und der Aufsichtsrat des Betreibers hat die weitere Vorgehensweise beschlossen: Eine Öffnung für den öffentlichen Verkehr ist nun erst wieder im Sommer 2030 vorgesehen.

Schutzdämme und Straßenumlegungen statt schneller Reparaturen

Die Strecke soll nicht einfach geflickt, sondern in mehreren besonders gefährdeten Bereichen grundlegend abgesichert werden. Geplant sind Straßenumlegungen und die Errichtung von Schutzdämmen. Nach Abschluss der Detailplanungen im Sommer 2026 soll das Behördenverfahren starten. Im März 2027 könnte auf Grundlage vergabereifer Angebote der Baubeschluss fallen. Danach sind drei Bausaisonen von 2027 bis 2029 vorgesehen. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten könnte die Silvretta-Hochalpenstraße im Sommer 2030 wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden.

Alpenpässe


Silvretta-Hochalpenstraße bleibt bis 2030
Die Silvretta-Hochalpenstraße bleibt bis 2030 geschlossen

Die lange Sperre zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird

Die Silvretta-Hochalpenstraße ist nicht nur eine touristisch wichtige Route, sondern auch eine bedeutende Infrastruktur für den Kraftwerksbetrieb in der Silvretta. Gerade deshalb ist die Entscheidung bemerkenswert: Obwohl die Strecke für die Region wichtig ist, wird sie nicht vorschnell freigegeben, sondern erst dann, wenn die dauerhafte Absicherung umgesetzt ist.

Für Hotellerie und Gastronomie in Montafon und Paznaun bedeutet das immerhin Planungssicherheit. Die eigentliche schlechte Nachricht bleibt aber: Eine der schönsten Alpenstraßen fällt nicht nur für einen Sommer aus, sondern noch für mehrere Jahre.

Was bis dahin auf Vorarlberger und Tiroler Seite möglich bleibt

Ganz abgeschnitten bleibt die Bielerhöhe in den Sommermonaten dennoch nicht. Die Vermunt-Seilbahn soll weiterhin in Betrieb bleiben und von Vorarlberger Seite einen Zugang ermöglichen. Von Tiroler Seite über das Paznaun bleibt die Straße während der Bauarbeiten im Sommer mautfrei erreichbar. Das ersetzt die komplette Passstraße nicht, sorgt aber zumindest dafür, dass die Region bis zur Wiedereröffnung nicht völlig vom Ausflugsverkehr abgeschnitten ist.

Für Motorradfahrer bleibt vorerst nur die Erinnerung

Gerade für Motorradfahrer ist die Sperre besonders bitter. Die Silvretta-Hochalpenstraße zählt mit ihren 34 Kehren und der hochalpinen Kulisse zu den Klassikern unter den Alpenpässen. Schlaglochfreie Kehren, weite Ausblicke und die besondere Lage auf der Bielerhöhe machen die Strecke besonders.

Bis auf Weiteres bleibt davon vor allem der Blick auf den Zeitplan: Detailplanung 2026, Bau ab 2027, Freigabe frühestens 2030. Für alle, die die Silvretta-Hochalpenstraße fest in ihre Sommertour eingeplant hatten, ist das eine klare, aber ernüchternde Ansage.




Jetzt mitreden – deine Meinung zählt!
Dein Kommentar wird gespeichert...
Kommentare (9)
avatar
26.03.2026 11:58


Schade das diese schöne Passstrecke zwischen Galtür und Gaschurn über die Bielerhöhe so lange gesperrt bleibt. War immer ein Erlebnis mit tollem Panorama am Silvretta Stausee samt Wasserfall. Im Verbund mit der Arlbergstrecke und Faschinastraße, über den Furkapass war immer eine tolle Runde.

avatar
Bikerjung
25.03.2026 21:12


Die haben die Schnauze voll, bietet sich jetzt an um zu testen ganz zu zumachen . Das ganze hin und her gefahre selbst beobachtet bevor man sie verlässt.

avatar
KPR
24.03.2026 22:39


Die Sylvretta wird erst 2030, nach umfänglichen Baumaßnahmen, wieder eröffnet

avatar
24.03.2026 22:16


Bin sie leider noch nicht gefahren. Wenn es eine Chance gibt, dass sie wieder eröffnet wird, warten wir halt 4 Jahre.

Warum laufen, wenn man zwei gesunde Reifen hat?
avatar
24.03.2026 20:58


Schade das es so lange dauert aber ich denke die Östereicher bekommen das schon gut hin.

Bin sie das letzte Mal vor 3 Jahre gefahren geht gut mit ner längeren Tour und zurück über den Arlberg🤘😀

Immer ne Handbreit Asphalt unter den Reifen.
avatar
24.03.2026 16:55


Schön das sie eine Detailplanung haben. Hatte Stuttgart 21 auch.

Antworten 3 Antworten
avatar
24.03.2026 19:59


Ist aber Österreich, nicht Stuttgart 😉

Viele Grüße aus Nordhessen Ralf
Antworten 2 Antworten
avatar
24.03.2026 22:17


Siehe Plöckenpass

avatar
25.03.2026 09:46


Auch da sollte man nicht pauschal urteilen. Der Plöckenpass hat keinerlei Bedeutung für den Transit. Dient den Anwohnern und Touristen, ist mit dem Nassfeldpass zu umfahren. Die Veränderungen am Berg waren gravierend, so dass ein Aufrechterhalten der Straße an sich eine Leistung ist. Betrifft aber die italienische Seite. Die Ösis haben lediglich den Asphalt nicht immer in Top Zustand.

Warum laufen, wenn man zwei gesunde Reifen hat?