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Ersteindruck: Ducati Panigale V4 S

#1 23.01.2020 08:52
Sie galt bislang als das Biest unter den Superbikes. Sauschön, sauschnell, extrem erfolgreich, aber eben eine echte italienische Diva – impulsiv und nicht immer in Gänze berechenbar. Dem Erfolg der Panigale V4 hat das nicht geschadet, im Gegenteil: Die Vierzylinder-Ducati ist aktuell das meistverkaufte Superbike. 2019 haben sich 8.300 Kunden weltweit für die exklusive, deutlich über 20.000 Euro teure Rennmaschine entschieden. Damit ist fast jede sechste Ducati eine Panigale.
Schlagartige Leistungsentfaltung, vehemente Gasannahme, durchwachsenes Vertrauen ins Vorderrad bei sehr starkem Bremsen – bei aller Grandezza und Begehrlichkeit machten derlei Eigenarten die Panigale V4 wahrlich nicht für jeden ambitionierten Fahrer zur idealen Wahl. Das dürfte sich jetzt ändern: „Leichter zu fahren, weniger fordernd, auch bei Nicht-Profis schneller auf der Rennstrecke“ – das sind laut Ducatis Produkt-Kommunikator Giulio Fabbri die drei wichtigsten neuen Eigenschaften der 2020er V4 und V4 S.


Auf dem Formel-1-Kurs von Bahrain konnten wir exklusiv die ersten Runden drehen mit der neuen Modellgeneration. Und in der Tat, so das einhellige Urteil der anwesenden Tester: Das Bike ist jetzt viel umgänglicher. „Viele, viele kleine Änderungen, die zusammen einen großen Effekt haben“, fasst Cheftester Alessandro Valia die Komplettüberarbeitung zusammen.
Die Front beispielsweise ist 4 Millimeter höher, der Motor wanderte 5 mm nach oben, der Heckstoßdämpfer ist 2 mm länger, dazu gibt es serienmäßig unter anderem die beiden Aerodynamik-Flügelchen (Winglets) vorn an der Verkleidung, die bislang der Panigale V4 R vorbehalten waren. „Die vorgenommenen Änderungen an Fahrwerksabstimmung, Schwerpunkthöhe und Kettenzugwinkel verbessern die Balance des Motorrads in allen Phasen der Fahrt“, verspricht Carlo Ricci Maccarini, Leiter Superbike Performance Development.
Und in der Tat: Deutlich abgeschwächte Wheelie-Tendenz, besseres Einlenken vor Kurven, geänderte Kennzeiten fürs Ride-by-wire-System, weniger „Floating“ durch die vorderen Winglets, unfassbar starke Bremsen – all das und einige Feinheiten mehr steigern das Vertrauen ins Vorderrad, sorgen für bessere Rundenzeiten und lassen den Fahrer – so argumentiert Ducati – folglich länger durchhalten beim Bestzeiten schrubben, weil er ermüdungsfreier auf seinem Rennkissen sitzt.


Auch wenn die neue Panigale V4 ergonomisch perfekt passt: Ich war nach vier Stints à 15 Minuten und zehn Minuten Warm-up restlos im Eimer. Weil es für nicht Supersportler einfach wahnsinnig anstrengend ist, sich aus fast 300 km/h runterzubremsen am Ende der Start/Ziel auf dem International Bahrain Circuit, um dann im zweiten Gang die anschließende Rechtskurve zu erwischen. Weil man selbst auf der Gegengeraden und den beiden weiteren Geradeaus-Geläufen ruckzuck über 200 km/h und mehr auf der Uhr hat, die ebenfalls teils radikal abgebaut werden wollen. Machst du das vier Runden hintereinander, japst du nach Sauerstoff und brauchst drei Liter Wasser.
Aber, und darum geht es: Auch ohne MotoGP-Gene bekommst du das auf der Ducati Panigale V4 jetzt hin. Ein derartiges Gottvertrauen ins Bike und die Technik bescherten halbwegs couragierten Fahrern bislang nur die BMW S 1000 RR und die Honda Fireblade. Jetzt gehört auch die Panigale in diesen erlauchten Kreis.
Wer an sein fahrerisches Talent glaubt, der kann das vorbildliche elektronische Rund-um-sorglos-Fahrdynamikpaket übers Bordmenü auf Eis legen. Selbst schuld, wer dann 22.790 Euro (Panigale V4) oder 28.890 Euro (Panigale V4 S) wegschmeißt.

Mehr über „Die Wissenschaft der Geschwindigkeit“ – so lautet der Claim der Panigale – in der nächsten Ausgabe von Motorräder Pur. Ab April 2020 im Handel.


Text: Ralf Bielefeldt; Fotos: Alberto Cervetti





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