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Kraftwerk: Zero SR/S

#1 12.03.2020 14:07
Vor Jahresfrist hat der amerikanische Elektromotorrad-Hersteller Zero das Power-Naked SR/F lanciert. Jetzt folgt mit dem Modell SR/S die verschalte Sporttourer-Variante.


Unter dem glattflächigen Kleid der SR/S steckt die bewährte Technik des nackten Schwestermodells SR/F. Hauptkomponenten sind der 14,4 kW grosse Lithium-Ionen-Speicher und der in Eigenregie entwickelte Z-Force-75-10-Elektromotor – beide sind luftgekühlt. Mit 110 PS und mächtigen 190 Nm Drehmoment ist die SR/S bezüglich Leistung absolut auf Augenhöhe mit den erwähnten Mitbewerbern. Und wie bei der Konkurrenz ist auch bei Zero die Übersetzung stufenlos und der Endantrieb erfolgt ebenfalls mittels Zahnriemen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 200 km/h begrenzt. Stahlrohrrahmen, Schwinge und Geometrie sind identisch wie bei der F.

Auf einen Transponderschlüssel verzichtet Zero. Das Startritual verläuft dementsprechend konventionell – bis auf den fehlenden Motorsound, versteht sich. Im dichten Stop-and-go-Verkehr spielt der stufenlose Elektroantrieb im Eco-Modus am Morgen erste Stärken aus: Kein Kuppeln, kein Schalten und auch keine mühsame Suche nach dem Leerlauf vor dem Rotlicht. Auf der anschliessenden Autobahnetappe beschert der Wechsel in den Street-Modus der S eine direktere "Gas"-Annahme und sattere Beschleunigung. So richtig los geht es jedoch erst auf kurvenreichen Strecken. Im Sport-Modus lässt die SR/S nichts anbrennen und begeistert mit kraftvoller, direkter Beschleunigung aus allen Lebenslagen. Und weil nicht geschaltet werden muss, gilt die ganze Konzentration der Strecke, der optimalen Linie, dem richtigen Anbremsen und Beschleunigen. Daraus resultiert eine ruhige, präzise und auch zügige Gangart, und genau das ist eine weitere Stärke der SR/S


Im Vergleich zu ähnlich stark motorisierten Verbrennern bringt die Zero rund 50 Kilogramm mehr auf die Waage, doch aufgrund des tiefen Schwerpunktes und der geringeren bewegten Massen fallen diese bezüglich Handling und Agilität weit weniger stark ins Gewicht als erwartet. Beim Bremsen dagegen schon: Nach mehrmaligen harten Verzögerungen bis in den Regelbereich des ABS wandert der Druckpunkt der ansonsten gut dosierbaren und wirkungsvollen J.Juan-Anlage deutlich in Richtung Lenkergriff. Nach 115 Kilometern signalisiert das Farbdisplay eine Restreichweite von 30 Kilometern. Und damit sind wir zum Schluss bei dem Thema, welches der neuen Zero SR/S und den E-Töff im allgemeinen eine Akzeptanz auf breiter Basis im Wege stehen dürfte.

Der ausführliche Fahrbericht folgt in Motorradlust PUR - Motorräder 01/2020.


Text: Hanspeter Küffer, Fotos: Thomas Maccabelli, Alberto Cervetti




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